Lehre

Wintersemester 2015/2016 (Philipps-Universität Marburg) gemeinsam mit Tina Dürr, Seminar:

Bausteine der Prävention von Rechtsextremismus

Um sich mit den präventiven Ansätzen gegen Rechtsextremismus zu befassen, gilt es, sich zunächst mit den Fragen zu Erscheinungsformen und Ursachen des Phänomens zu beschäftigen, um die möglichen Reichweiten von Präventionsangeboten besser konturieren zu können. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf Prävention von  Rechtsextremismus, wobei hier drei Bereiche unterschieden werden, nämlich die primäre Prävention (Bildungsarbeit), die sekundäre Prävention (Distanzierungsarbeit mit rechtsaffinen Personen) und die tertiäre Prävention (Ausstiegsberatung). Im Praxisteil des Seminars werden methodische Ansätze der Bildungsarbeit reflektiert.

Wintersemester 2014/2015 (Philipps-Universität Marburg) gemeinsam mit Tina Dürr, Seminar:

Beratung und Bildung im Kontext Rechtsextremismus

Seit der Gründung der Bundesrepublik – und nicht erst seit Aufdecken des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU)  2011 – ist Rechtsextremismus ein ständiger Begleiter.  Neben der Frage nach den Ursachen und Erscheinungsformen stand  und steht auch  die Frage im Vordergrund, was man gegen die Ausbreitung von Rechtsextremismus tun könne. Hierzu wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten unterschiedliche Maßnahmen der Prävention und Intervention entwickelt und erprobt. Das Seminar möchte verschiedene Ansätze der Beratung und der politischen Bildung diskutieren und ihre Möglichkeiten und Grenzen ausloten.

Sommersemester 2012 (Philipps-Universität Marburg) Seminar:

Möglichkeiten und Grenzen von Beratung im Problemfeld Rechtsextremismus

Seit 2001 wurde im Rahmen verschiedener Förderprogramme des Bundes ein Angebot zur Beratung für Betroffene von rechtsextremen Vorkommnissen, zunächst in Ostdeutschland, entwickelt. Inzwischen finden sich in allen Bundesländern Beratungsträger mit z.T. differenzierten Angeboten für unterschiedliche Zielgruppen wie Kommunen, Schulen, Eltern von rechtsaffinen Jugendlichen oder Opfer rechtsextremer Gewalttaten. In diesem noch relativ jungen Beratungsfeld findet darüber hinaus seit einigen Jahren Debatten über die Entwicklung von Qualitätsstandards der Beratung statt, die auf eine zunehmende Professionalisierung dieser Beratung hinwirken. Das Seminar möchte Einblick in ein besonderes Beratungsfeld bieten und dabei Möglichkeiten und Grenzen professioneller Beratung diskutieren, exemplarisch anhand der Beratungspraxis des beratungsNetzwerks hessen – Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus.

Literatur:

  • Becker, Reiner (2008): Ein normales Familienleben. Interaktion und Kommunikation zwischen „rechten“ Jugendlichen und ihren Eltern. Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag.
  •  beratungsNetzwerk hessen (Hg.) (2010): Einblicke in die Praxis. Wiesbaden.
  •  ISS/Camino (Hrsg.) (2011): Endbericht der Wissenschaftlichen Begleitung für den Berichtszeitraum 01.02.2008 bis 31.12.2010, „kompetent. für Demokratie –Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus. Quelle: http://www.kompetent-fuer-demokratie.de/download.php?file=uploads/pdf-dateien/abschlussbericht_wissenschaftliche_begleitung_kompetent.pdf
  •  Lynen von Berg, Heinz/Palloks, Kerstin/Steil, Armin (2007): Interventionsfeld Gemeinwesen: Evaluation zivilgesellschaftlicher Strategien gegen Rechtsextremismus. Weinheim, München: Juventa.
  •  Schlippe, Artist von/Schweitzer Jochen (2007): Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung. 10. Auflage. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.
  •  Stöss, Richard (2010):Rechtsextremismus im Wandel. 3., aktualisierte Aufl.. – Berlin : Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Berlin, Projekt gegen Rechtsextremismus. Quelle: http://library.fes.de/pdf-files/do/08223.pdf

Sommersemester 2011 (Philipps-Universität Marburg) gemeinsam mit Wiebke Dierkes, Seminar:

Ideologische Facetten von Rechtsextremismus und ihre Verbreitung in der „Mitte der Gesellschaft“ – eine Herausforderung für die Jugendbildung?

Ob Rechtsextremimus am Rand oder in der Mitte der Gesellschaft zu verorten ist, ist nach wie vor Gegenstand zahlreicher sozialwissenschaftlicher Debatten. Der Blick auf die einzelnen ideologischen Facetten des Rechtsextremisumus einerseits und die Ergebnisse zahlreicher emiprischer Studien der Einstellungsforschung andererseits zeigen jedoch , dass Zustimmung zu einzelnen ideologischen Bestandteilen wie Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit oder Rassimus in weiten Teilen der Bevölkerung zu finden ist. Das Seminar möchte einzelne ideologische Facetten näher beleuchten und dabei der Frage nachgehen, mit welchen Mitteln sie ihre Verbreitung finden und welche pädagogische Interventionsansätze bestehen.

Literatur:

  • Decker, Oliver/Weißmann, Marliese u.a. (2010): Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung
  •     Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.) (2009; 2010): Deutsche Zustände. Folge 7, Folge 8. Frankfurt/M.: Suhrkamp

Sommersemester 2010 (Philipps-Universität Marburg), Seminar:

Sprache des Rechtsextremismus: Aufbau und Wirkung

Der Philologe Victor Klemperer kam in der Untersuchung der Sprache des Dritten Reiches zu folgendem Schluss: „Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da“. Wie wirkt sich die Sprache der extremen Rechte heute auf das Denken und Handeln aus? Welche „Arsendosen“ werden heute über rechtsextreme Internetseiten, Musiktexte, Publikationen verabreicht? Welche Techniken werden verwendet, um das eigene Anliegen zu verschleiern aber gleichzeitig auch den „rechten“ Ton zu treffen? Wie nehmen Adressaten wie Jugendliche mit einer rechten Orientierung solche Angebote wahr und findet über diesen Konsum einer Verhärtung ihrer Einstellungen statt? Das Seminar will sich mit den verschiedenen Medien rechtsextremer Organisationen auseinandersetzen und dabei ihre Wirkung analysieren. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Arbeit in selbständigen Workshopgruppen, um die o.g. Fragestellungen zu untersuchen. Daher ist das Seminar teilnahmebschränkt. Anmeldungen bitte per E-Mail bis zum 01.04.2010 an reiner.becker[at]staff.uni-marburg.de

Literatur:

  •     König, Hans-Dieter: Sozialpsychologie des Rechtsextremismus. Frankfurt/M., Suhrkamp, 1998.
  •     Pörsken, Bernhard: Die Konstruktion von Feindbildern. Wiesbaden, VS Verlag, 2005.
  •     Staffeldt, Sven: Einführuing in die Sprechakttheorie. Tübingen, Stauffenberg Verlag, 2008.

Sommersemester 2009 (Philipps-Universität Marburg), Seminar:

Worte, wie winzige Arsendosen – die Sprache des Rechtsextremismus.

Der Philologe Victor Klemperer kam in der Untersuchung der Sprache des Dritten Reiches zu folgendem Schluss: „Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da“. Wie wirkt sich die Sprache der extremen Rechte heute auf das Denken und Handeln junger Menschen aus? Welche „Arsendosen“ werden heute über rechtsextreme Internetseiten, Musiktexte, Publikationen verabreicht? Welche Techniken werden verwendet, um das eigene Anliegen zu verschleiern aber gleichzeitig auch den „rechten“ Ton zu treffen? Wie nehmen Adressaten wie Jugendliche mit einer rechten Orientierung solche Angebote wahr und findet über diesen Konsum einer Verhärtung ihrer Einstellungen statt? Das Seminar will sich mit den verschiedenen Medien rechtsextremer Organisationen auseinandersetzen und dabei ihre Wirkung analysieren. Anmeldungen bitte per E-Mail bis zum 07.04.2009 an reiner.becker@staff.uni-marburg.de

Empfohlene Basisliteratur:

  •  Klemperer, Victor: LTI. Leipzig, Reclam.13. Aufl., 1995.
  •  Pörsken, Bernhard: Die Konstruktion von Feindbildern., Wiesbaden, Westdeutscher Verlag 2000.
  •  Schuppener,Georg (Hg.): Sprache des Rechtsextremismus, Leipzig, Edition Hamouda 2007

Sommersemester 2008 (Philipps-Universität Marburg), Seminar:

Zivilgesellschaftliche Strategien gegen Rechtsextremismus. Möglichkeiten und Grenzen im Interventionsfeld Gemeinwesen

Seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts finden Interventionen gegen Rechtsextremismus auf kommunaler Ebene statt, viele im Rahmen der Förderung durch Programme des Bundes. Hierbei wurden Interventionsstrategien in Pädagogik, Sozialarbeit und Politik erprobt und Möglichkeiten und Grenzen des Interventionsfelds Gemeinwesen ausgelotet. Das Seminar beschäftigt sich mit den verschiedenen Strategien der kommunalen Intervention, den Voraussetzungen und Grenzen gelingender Beratung und Unterstützung. Besondere Berücksichtigung findet hierbei die Lektüre entsprechender Evaluationsberichte.

Empfohlene Basisliteratur:

  • Lynen von Berg, Heinz/Pallocks, Kerstin/Steil, Armin (2007): Interventionsfeld Gemeinwesen. Evaluation zivilgesellschaftlicher Strategien gegen Rechtsextremismus. Weinheim, München: Juventa.
  • Lynen von Berg, Heinz/Roth, Roland (Hrsg.) (2003): Maßnahmen und Programme gegen Rechtsextremismus wissenschaftlich begleitet. Aufgaben, Konzepte und Erfahrungen. Opladen: Leske und Budrich.

Sommersemester 2007 (Philipps-Universität Marburg), Seminar:

Moderner Rechtsextremismus in Deutschland: Dimensionen und Ursachen

Rechtsextremismus ist kein statisches, sondern ein dynamisches Phänomen: Modernisierungsprozesse finden sich in der Ideologie und in den Organisationsformen der extremen Rechte wieder. Dies hat auch Auswirkungen auf die Aktionsformen rechtsextremer Gruppierungen, die mehr oder minder erfolgreich versuchen, an den Einstellungen der gesellschaftlichen Mitte anzuknüpfen; insbesondere Jugendliche werden mit neuen Mitteln umworben. Das Seminar möchte in die verschiedenen Dimensionen und Erscheinungsformen des gegenwärtigen Rechtsextremismus einführen und verschiedene sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze zu Rechtsextremismus diskutieren. Weiterhin stellt sich die Frage, wie sehr sich derartige Modernisierungsprozesse auf mögliche Interventionsstrategien auswirken.

Empfohlene Basisliteratur:

  • Fuchs, Marek/Lamnek, Siegfried/Wiederer, Ralf (2003): Querschläger. Jugendliche zwischen rechter Ideologie und Gewalt. Opladen: Leske und Budrich.
  • Heitmeyer, Wilhelm (Hg.) (2002-2007): Deutsche Zustände. Folge 1-5. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
  • Klärner, Andreas/Kohlstruck, Michael (Hg.) (2006): Moderner Rechtsextremismus in Deutschland. Hamburg: Hamburger Edition (auch erhältlich bei der Bundeszentrale für politische Bildung)
  •     Minkenberg, Michael (2005): Demokratie und Desintegration. Der politikwissenschaftliche Forschungsstand zu Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Berlin: Pro Business